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Rezension – A Wish For Us – Tillie Cole

Hello Again! Ich habe die letzten Tage wieder etwas Zeit freischaufeln können, um ein wenig zu lesen und dabei fiel mir A Wish For Us von Tillie Cole aus dem LYX-Verlag in die Hände. Ich hatte bereits auf Bookstagram vor einigen Wochen gesehen, wie dieses Buch einen regelrechten Hype ausgelöst hat und war zunehmend neugieriger geworden. Und so viel sei verraten: Es flossen Tränen.

Autorin: Tillie Cole | Seiten: 446 | Verlag: LYX | Preis: 12,90€ (eBook 9,99€)

Klappentext:

Seine Küsse waren wie Farbexplosionen in der Dunkelheit, seine Liebe wie Musik in einer stummen Welt

Cromwell Dean ist der erfolgreichste Musiker Europas. Mit gerade einmal neunzehn Jahren liegt ihm die Welt zu Füßen – doch seine Musik bedeutet ihm insgeheim nichts. Um sein Talent nicht weiter zu verschwenden, beginnt er ein Musikstudium in den USA, wo er Bonnie Farraday kennenlernt. Ehrgeizig und von Musik begeistert könnten das Mädchen aus einfachen Verhältnissen und Superstar Cromwell unterschiedlicher nicht sein. Doch als sie für ein Kompositionsprojekt zusammengesetzt werden, regen sich nicht nur Gefühle in Cromwell, die er noch nie gespürt hat, sondern auch eine alte Sehnsucht, die mit aller Macht vergessen bleiben muss. Auch wenn es ihn seine Liebe zu Bonnie kosten könnte …

Rezension:

Zugegebenermaßen: Diese gefühlt nichtsaussagenden Cover von New Adult Büchern langweilen mich langsam etwas. Auch wenn ich diese Komposition aus schwarzem Hintergrund und dem farbigen Pulver, wie damals auf den Holi-Festivals, wirklich schön anzusehen finde, wollte ich erst nicht so ganz glauben, dass der Inhalt durchaus Gemeinsamkeiten mit dem Cover aufweist. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Denn ich sage euch, dieses Cover passt wie die Faust aufs Auge.

Tatsächlich hat auch der Klappentext mich zuerst abgeschreckt und ich hatte das Buch viele Male in der Hand, bis ich es schlussendlich gekauft habe. Ich habe es nicht gekauft, weil jede*r auf Bookstagram es hatte, sondern weil meine zwei liebsten Bookstagrammerinnen, die mit mir immer ziemlich einer Meinung sind, so von diesem Buch geschwärmt haben. Der Klappentext versprach – jedenfalls mir – einen Badboy-Musiker und ein kleines Mädchen, das nicht im Rampenlicht stand. Die natürlich zusammenarbeiten mussten und natürlich Gefühle füreinander entwickeln. Nach Beenden des Buches kann ich euch sagen, dass dieser Klappentext nicht gut gelungen ist. Dieses Buch ist so viel mehr als das, was ich gerade beschrieben habe.

Cromwell hat die Lust Musik zu machen verloren. Dennoch begibt er sich aufgrund eines Stipendiums nach Amerika, um dort Musik zu studieren. Die ersten fünfzig Seiten war er der anstrengendste Protagonist, der mir nie begegnet ist, aber dann taut er langsam und sehr authentisch auf. Man kann regelrecht verfolgen, wie die Schwester seines Zimmernachbars Easton seine Mauern einreißt und den wahren Cromwell zum Vorschein holt. Seine Charakterentwicklung ist toll. Nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam und vor allem: realistisch. So verschlossen und arrogant er am Anfang ist beziehungsweise sich gibt, so liebevoll wird er im Laufe des Buches, aber immer noch auf eine echte Art und Weise.

„Ich kann das nicht, Bonnie“, flüsterte er. Seine Stimme klang heiser und sein Akzent schwer. Seine Wangen waren immer noch gerötet, genau wie seine Augen. „Ich kann mich dem Ganzen nicht stellen. Ich kann nicht mit den Gefühlen umgehen, die du in mir weckst. Wenn du in meiner Nähe bist. Wenn du mich berührst.“ Sein Gesicht verzerrte sich, und er holte angespannt Luft. „Ich halte den ganzen Schmerz nicht aus.“

A Wish For us, S. 143

Bonnie dagegen ist kein kleines, graues Mäuschen. Ja, sie drängt sich vielleicht nicht in den Vordergrund, aber sie ist sich nie zu schade, ihre Gefühle und Gedanken zum Ausdruck zu bringen. Trotz ihres Schicksals – welches sie natürlich hat – steht sie fest im Leben und sieht es nicht ein, sich von Cromwells Laune herunterziehen zu lassen. Vor allem nicht, als die beiden anfangen, zusammen für einen Kurs zu komponieren.

Die Handlung war sehr schön zu verfolgen, es gab viele Momente, in denen ich mir nur dachte „Nein, nein, nein, bitte nicht“, weil ich Vorahnungen hatte. Diese Vorahnungen haben mir die Geschichte aber keinesfalls kaputt gemacht, sondern dafür gesorgt, dass ich das Buch weiterhin verschlinge. Auch das Ende ist absolut herzzerreißend und ich hatte dieses Ende zwar im Kopf, aber eigentlich etwas Anderes erwartet.

Kommen wir zum Schluss zum Schreibstil. Ich habe bislang noch nichts von der Autorin gelesen, aber dieses Buch war ein reinstes Kopfkino. Ich konnte mir alles vorstellen, selbst die Szenen, die Cromwells Welt beschrieben. Ich habe in diesem Buch vieles dazugelernt und selten einen beschreibenden, wortgewaltigen und detaillierten Schreibstil wie diesen erlebt. Ich hoffe, ich kann bald mehr von dieser Autorin lesen.

Fazit:

A Wish For Us ist mein bisheriges Jahreshighlight. Selten hat mich ein Buch so mitgenommen und begeistert. Sowohl von den Charakteren, als auch der Story und dem Schreibstil. Es ist ein rundum vollkommenes Werk und ich habe jede Seite genossen, auch die schweren. Wer eine Achterbahn der Gefühle erleben will, dem kann ich dieses Buch ans Herz legen. Und wer Musik liebt, vor allem das Klavier, findet hier eine wundervolle Geschichte, die teils nicht viele Wörter benötigt, um zu transportieren, was wichtig ist.

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